Um zu verstehen, zu welchen einschneidenden Veränderungen das Internet in der Handelsbranche geführt hat, genügt ein Blick auf den Versandhandel: Noch vor wenigen Jahren waren die Print-kataloge von großen Versendern wie Otto, Quelle und Schwab für viele Haushalte Fixpunkte ihres Konsumverhaltens. Bestellt wurden nicht nur Modewaren, sondern auch Unterhaltungselektronik, Küchengeräte und Einrichtungsgegenstände. Doch der Katalog hat rapide an Bedeutung verloren.

Wie der Bundesverband des Deutschen Versandhandels (bvh) in seiner jährlichen Studie „Versand- und Online-Handel in Deutschland“ feststellte, haben 2009 mit einem Anteil von 53 Prozent am Branchenumsatz erstmals mehr Kunden im Internet bestellt, als über Katalog. Diese Entwicklung muss nicht automatisch zu Lasten der großen Versender gehen, aber sie setzt die Branche unter Druck, ihr Geschäftsmodell immer stärker in Richtung E-Commerce zu verändern. Wer diesen Trend verschläft, hat Schwierigkeiten, am Markt zu bestehen. So ist der Katalogversender Quelle heute unter anderem auch deshalb Vergangenheit, weil der Konzern es nicht verstand, rechtzeitig auf die rasante Entwicklung zu reagieren.

Neben dem Kataloghandel spüren auch die Einkaufszentren und der stationäre Einzelhandel seit Jahren einen deutlichen, vom Internet ausgelösten Umbruch in den Kaufgewohnheiten. Denn der E-Commerce hat nicht nur den Versandhandel radikal verändert, er wirkt sich auf die gesamte Handelsbranche aus. Das zeigt sich zunächst in den Zahlen: Schon heute kaufen rund zwei Drittel der Deutschen im Internet ein und bald sollen es noch mehr sein.